Der Auftrag
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Der Auftrag

Heiner Müller
Theater · 1979

Über das Werk

Heiner Müllers „Der Auftrag. Erinnerung an eine Revolution" wurde 1980 in Ost- und West-Berlin uraufgeführt. Der Text verhandelt Revolution, Verrat und Kolonialismus am Beispiel dreier Abgesandter der Französischen Revolution, die einen Sklavenaufstand entfachen sollen. Müller verbindet historisches Drama, Traum und Reflexion zu einem dichten postdramatischen Geflecht.

Handlung

Im Auftrag des revolutionären französischen Konvents reisen drei Emissäre nach Jamaika, um dort im Namen der Freiheit einen Aufstand der Sklaven gegen die englische Kolonialherrschaft zu organisieren: der ehemalige Sklave Sasportas, der Bauernsohn Galloudec und der Bürger Debuisson. Als die Nachricht eintrifft, dass die Revolution in Frankreich gescheitert und Napoleon an der Macht ist, zerbricht der gemeinsame Auftrag. Debuisson verrät die Sache und kehrt in die bürgerliche Welt zurück; Sasportas und Galloudec halten an der Befreiung fest und gehen in den Tod. Eingelassen ist der berühmte Monolog vom „Mann im Fahrstuhl", der, von einem Vorgesetzten beordert, im Aufzug die Orientierung und schließlich seinen Auftrag verliert — ein Sinnbild für den Verlust geschichtlicher Gewissheit.

Kulturelle Bedeutung

„Der Auftrag" gehört zu Müllers wichtigsten Texten über das Erbe der Revolution und die Verstrickung von Befreiung, Rasse und Verrat. Das Stück verbindet die Stoffe der Aufklärung mit der Erfahrung des Scheiterns sozialistischer Hoffnungen und wird international gespielt und in der Theaterwissenschaft breit rezipiert.

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