Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui
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Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui

Bertolt Brecht
Theater · 1958

Über das Werk

Bertolt Brechts Parabelstück „Der aufhaltsame Aufstieg des Arturo Ui" entstand 1941 im finnischen Exil und wurde 1958 in Stuttgart uraufgeführt. In der Maske eines Chicagoer Gangsterstücks erzählt Brecht den Aufstieg Hitlers und der Nationalsozialisten. Der Titel betont die Kernthese: Dieser Aufstieg war „aufhaltbar".

Handlung

Im Chicago der Wirtschaftskrise will der heruntergekommene Gangster Arturo Ui die Kontrolle über den Karfiol-(Blumenkohl-)Handel an sich reißen. Mit Erpressung, Mord und vorgetäuschter Legalität unterwirft er den „Karfiol-Trust" und die Gemüsehändler. Schritt für Schritt schaltet er Rivalen und Weggefährten aus: Der ehrwürdige Stadtpolitiker Dogsborough wird kompromittiert, ein Lagerhausbrand inszeniert und einem Unschuldigen angelastet, der Vertraute Ernesto Roma ermordet, der widerständige Ignatius Dullfeet beseitigt und dessen Stadt Cicero einverleibt. Die Figuren entsprechen historischen Vorbildern — Ui dem Diktator, seine Helfer den NS-Größen, der Brand dem Reichstagsbrand, Cicero dem „Anschluss" Österreichs. Am Ende steht Uis Triumph, doch ein Epilog warnt das Publikum: „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch."

Kulturelle Bedeutung

„Arturo Ui" ist eine der berühmtesten antifaschistischen Parabeln des 20. Jahrhunderts und ein Hauptwerk des epischen Theaters. Brecht parodiert in Blankversen Shakespeare und Goethe, um die Verbrecher zu entlarven und zugleich jede Verharmlosung zu verhindern. Das Stück gehört zum Kernrepertoire; legendär sind die Inszenierung des Berliner Ensembles mit Ekkehard Schall sowie die Broadway-Produktion mit Al Pacino.

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