Das Kind und der Zauberspuk
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Das Kind und der Zauberspuk

Maurice Ravel
Oper · 1925

Über das Werk

Maurice Ravels einaktige Oper „L'enfant et les sortilèges" wurde 1925 in Monte-Carlo unter Victor de Sabata uraufgeführt. Das Libretto stammt von Colette und entstand als „lyrische Fantasie" — eine surreale Reise durch das Trotz-Universum eines Kindes, in dem Möbel, Tiere und Märchenfiguren lebendig werden.

Handlung

Ein etwa siebenjähriges Kind, das seine Hausaufgaben verweigert, wird von der Mutter zur Strafe in seinem Zimmer eingesperrt. In Wut zerschlägt es Geschirr, quält die Katze, reißt die Tapete ab, sticht ins Eichhörnchenkäfig und rührt im Feuer. Plötzlich erwachen alle gequälten Dinge zum Leben: Sessel und Bergère tanzen, die zerbrochene Tasse klagt chinesisch, das Feuer droht, der Garten verlangt Rechenschaft. Tiere und Pflanzen klagen das Kind an. Erst als das Kind das verletzte Eichhörnchen selbstlos verbindet, wendet sich das Blatt: Die Tiere tragen den geheilten Helden zurück und rufen das Wort, das alle Wut auflöst — „Maman".

Kulturelle Bedeutung

„L'enfant et les sortilèges" ist eines der originellsten Werke der französischen Moderne und Ravels meistgespielte Oper. Die Partitur wechselt zwischen Foxtrott (die Teekanne und die chinesische Tasse), Ragtime, Walzer und impressionistischer Klangmagie und gilt als orchestrales Meisterstück. Inszenierungen wie die von Robert Carsen und Laurent Pelly haben das Werk im Repertoire fest verankert; es eignet sich gleichermaßen für Familienpublikum und Erwachsenenrezeption.

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