Das Ereignis
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Das Ereignis

Annie Ernaux
Theater · 2000

Über das Werk

Das Ereignis (französisch „L'Événement") ist ein autobiografischer Text der französischen Nobelpreisträgerin Annie Ernaux aus dem Jahr 2000, der in zahlreichen Bühnenfassungen adaptiert wurde. Schonungslos schildert Ernaux darin ihre illegale Abtreibung als junge Studentin im Frankreich der 1960er-Jahre.

Handlung

Die junge Annie wird 1963 als Literaturstudentin ungewollt schwanger – zu einer Zeit, in der Abtreibung in Frankreich streng verboten und gesellschaftlich geächtet ist. Allein gelassen von Ärzten, Freunden und dem Kindsvater, kämpft sie verzweifelt darum, einen Weg aus ihrer Lage zu finden, und durchlebt Wochen der Angst, Scham und körperlichen Gefahr, ehe sie schließlich eine heimliche „Engelmacherin" aufsucht. Der Text rekonstruiert diese existenzielle Erfahrung mit nüchterner Genauigkeit und macht das individuelle Schicksal zum Zeugnis einer ganzen unterdrückten Generation von Frauen.

Kulturelle Bedeutung

Das Ereignis gehört zu den prägendsten Werken Annie Ernaux', die 2022 den Nobelpreis für Literatur erhielt. Mit ihrer charakteristischen, jeder Sentimentalität abholden „écriture plate" verbindet sie persönliche Erinnerung und soziologische Analyse. Als kraftvolles Dokument über Selbstbestimmung, Klasse und weibliche Erfahrung hat der Text – verstärkt durch die hochgelobte Verfilmung von 2021 – in den Debatten um reproduktive Rechte neue Aktualität gewonnen und wird vielfach für die Bühne adaptiert.

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