Über das Werk
Das Bildnis des Dorian Gray ist eine Bühnenfassung des einzigen Romans (1890/91) von Oscar Wilde, eines Schlüsselwerks des englischen Ästhetizismus. Der Roman um einen jungen Mann, dessen Porträt an seiner Stelle altert und verfällt, wurde wegen seiner als unmoralisch empfundenen Hedonismus-Thematik bei Erscheinen heftig kritisiert und vielfach für Theater und Film adaptiert.
Handlung
Der schöne, junge Dorian Gray lässt sich von dem Maler Basil Hallward porträtieren. Unter dem Einfluss des zynischen Lebemanns Lord Henry Wotton, der den Kult der ewigen Jugend und des Genusses predigt, wünscht sich Dorian, dass das Bildnis an seiner Stelle altern möge. Der Wunsch erfüllt sich: Während Dorian über Jahrzehnte jung und makellos bleibt, zeichnet das verborgene Porträt jede seiner Sünden und Grausamkeiten auf und wird zusehends grässlicher. Dorian stürzt eine Schauspielerin in den Selbstmord, ermordet den Maler und versinkt in Lastern. Als er schließlich das Bild zerstören will, um sein Gewissen loszuwerden, ersticht er sich selbst — und wird als verwester Greis gefunden, während das Porträt seine ursprüngliche Schönheit zurückerlangt.
Kulturelle Bedeutung
Das Bildnis des Dorian Gray ist eines der einflussreichsten Werke der Weltliteratur und das berühmteste Sinnbild für den faustischen Pakt mit der ewigen Jugend. Wildes Verbindung von Schönheitskult, moralischem Verfall und der Frage nach der Verantwortung der Kunst hat zahllose Adaptionen in Theater, Film und Oper inspiriert. Der Roman gilt als Manifest des Ästhetizismus und wird wegen seiner zeitlosen Themen — Eitelkeit, Doppelmoral, der Preis des Hedonismus — bis heute regelmäßig für die Bühne neu interpretiert.
