Über das Werk
„Das Archiv der Träume" („In the Dream House") ist eine Bühnenfassung des autofiktionalen Memoirs „In the Dream House" der US-Autorin Carmen Maria Machado. Leo Lorena Wyss (u. a. Nestroy-Preis als bester Nachwuchs) hat den Text für das Berliner Ensemble dramatisiert; Regie führt Jules Head aus Bristol. Gezeigt wird die Produktion im Werkraum des Berliner Ensembles im Rahmen der Nachwuchs-Regiereihe WORX.
Handlung
Machados Text erzählt von toxischen und gewaltvollen Strukturen innerhalb einer queeren Beziehung. In Jules Heads Inszenierung durchlaufen die Figuren Carmen und Val einen „Reenactment"-Parcours durch Carmens Vergangenheit, wobei Val immer wieder die Rolle der gewaltausübenden Person übernimmt. Auf der Suche nach einer Bühnensprache für die psychischen Mechanismen traumatischer Erfahrungen macht der Abend sichtbar, wie sich emotionaler und psychischer Missbrauch in einer Beziehung vollzieht – jenseits der gängigen Bilder von Gewalt.
Kulturelle Bedeutung
Carmen Maria Machados „In the Dream House" gilt als wegweisendes Buch über häusliche Gewalt in queeren Beziehungen – ein Thema, das lange tabuisiert und kaum erzählt wurde. Die Bühnenfassung am Berliner Ensemble überträgt diese Pionierarbeit ins Theater und erweitert den Diskurs über Missbrauch um eine queere Perspektive. Indem die Produktion innerhalb einer Nachwuchsreihe entsteht, steht sie zugleich für die Förderung junger Regie- und Autor:innen-Handschriften.
