Über das Werk
Dances at a Gathering ist ein abendfüllendes, handlungsloses Ballett von Jerome Robbins zu achtzehn Klavierstücken von Frédéric Chopin (Mazurken, Walzer, Etüden, einem Nocturne und einem Scherzo). Es wurde am 22. Mai 1969 vom New York City Ballet im New York State Theater uraufgeführt und markierte Robbins' Rückkehr zur Kompanie nach dreizehn Jahren.
Handlung
Zehn Tänzerinnen und Tänzer – fünf Paare, nur durch zarte Kostümfarben unterschieden – begegnen einander in einem offenen, lichten Raum. Ohne durchlaufende Handlung reihen sich Soli, Duette und Ensembles zu einem Geflecht aus Begegnung, Spiel, Werben und Abschied. Der „Brown Boy" eröffnet allein, das berühmte Pas de deux des „Pink Girl" bildet einen lyrischen Höhepunkt; am Ende blicken die Tänzer gemeinsam zum Himmel und berühren den Boden – eine stille Geste der Verbundenheit mit Ort und Augenblick.
Kulturelle Bedeutung
Dances at a Gathering gilt als eines der Schlüsselwerke des amerikanischen Balletts im 20. Jahrhundert und als Inbegriff von Robbins' musikalischer, zutiefst menschlicher Choreografie. „Die Tänzer sind sie selbst, tanzend miteinander zu dieser Musik in diesem Raum", schrieb Robbins über das Stück. Es gehört bis heute zum Kernrepertoire großer Kompanien weltweit und prägte das Genre des handlungslosen, kammermusikalisch empfundenen Ensembleballetts.
