Clavigo
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Clavigo

Johann Wolfgang von Goethe
Theater · 1774

Über das Werk

Johann Wolfgang von Goethes Trauerspiel in fünf Akten wurde 1774 uraufgeführt und basiert auf der Autobiographie Pierre Augustin Caron de Beaumarchais', der seine persönliche Konfrontation mit dem spanischen Hofbeamten José Clavijo y Fajardo in den Mémoires contre Goezman von 1774 schilderte. Goethe schrieb das Stück in nur acht Tagen und verwandelte Beaumarchais' Anklage in eine tragische Reflexion über Verrat, Ehrgeiz und Feigheit.

Handlung

In Madrid hat der karriere-ehrgeizige Schriftsteller Clavigo seine frühere Geliebte Marie Beaumarchais verlassen, um beruflich aufzusteigen. Ihr Bruder Pierre Beaumarchais reist aus Frankreich an, um Gerechtigkeit zu fordern. Clavigo verspricht zunächst die Wiedergutmachung, doch unter dem Einfluss seines ehrgeizigen Freundes Carlos bricht er erneut sein Wort. Marie stirbt vor Gram. Auf ihrem Trauerzug begegnet Clavigo Beaumarchais — sie duellieren sich, Clavigo stirbt an Maries Leichnam.

Kulturelle Bedeutung

Clavigo ist Goethes einziges Stück, das einen echten Zeitgenossen (Beaumarchais) als dramatis persona aufgreift, und bleibt im Repertoire wegen der psychologischen Schärfe der Zentralfigur. Clavigo ist ein früher Prototyp des modernen Opportunisten — weder Bösewicht noch Held, sondern ein Mensch, der aus reiner Schwäche zerstörerisch handelt. Peter Steins Produktion an der Schaubühne 1971 etablierte das Stück im zeitgenössischen Regietheater.

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