Über das Werk
Johann Wolfgang von Goethes Singspiel existiert in zwei Fassungen — der Prosa-Erstfassung von 1776 und der Versfassung von 1788, die Goethe nach seiner italienischen Reise komplett überarbeitete. Das Werk wurde in der Versfassung von Franz Schubert 1815 vertont (nur fragmentarisch erhalten) und später von Johann Reichardt sowie Ignaz von Beecke.
Handlung
Auf dem Schloss Villa Bella bereitet die junge Claudine ihre Verlobung mit dem edlen Pedro vor. Pedros Bruder Crugantino hat sich jedoch einer räuberischen Bande angeschlossen und taucht überraschend auf, verliebt sich in Claudines Kammermädchen Lucinde und gefährdet die Festivitäten. Durch Verwechslungen, abgebrochene Duelle und nächtliche Verfolgungen entwirrt sich die Handlung. Crugantino kehrt reuig in die Gesellschaft zurück, und beide Paare finden ihr Glück.
Kulturelle Bedeutung
Claudine von Villa Bella ist Goethes gelungenstes Singspiel und zeigt seine bewusste Auseinandersetzung mit der italienischen Opernform. Franz Schuberts Vertonung von 1815 ist nur als Fragment erhalten — der zweite und dritte Akt verbrannten 1848 in einer Wiener Revolution. Die erhaltene Schubert-Ouvertüre und die Arie Cidli bleiben gelegentlich im Konzertrepertoire. Heutige Aufführungen nutzen meist die Vertonung von Reichardt.
