Über das Werk
Bunbury oder Wie wichtig es ist, ernst zu sein (englisch „The Importance of Being Earnest") ist eine Gesellschaftskomödie in drei Akten von Oscar Wilde, uraufgeführt 1895 in London. Sie gilt als Wildes vollkommenstes und witzigstes Werk und als Höhepunkt der englischen Konversationskomödie.
Handlung
Die beiden Lebemänner Jack und Algernon erfinden sich fiktive Personen, um ihren gesellschaftlichen Pflichten zu entkommen: Jack nennt sich in der Stadt „Ernest", Algernon erfindet einen kränkelnden Freund namens „Bunbury". Als beide um die Damen Gwendolen und Cecily werben, die jeweils einen Mann namens Ernest zu lieben glauben, gerät das Lügengespinst außer Kontrolle. Eine verlorene Reisetasche, eine resolute Lady Bracknell und eine überraschende Enthüllung der wahren Herkunft Jacks führen zu einem turbulenten, perfekt konstruierten Finale, in dem sich alle Verwicklungen auflösen.
Kulturelle Bedeutung
Bunbury ist eine Meisterklasse des Wortwitzes, der Paradoxie und der eleganten Gesellschaftssatire. Wilde verspottet darin die Heuchelei, Standesdünkel und Heiratspolitik der viktorianischen Oberschicht mit funkelnden Aphorismen. Das Stück, dessen Untertitel mit dem Doppelsinn von „earnest" (ernst) und „Ernest" (Name) spielt, gehört zu den meistgespielten Komödien der Weltliteratur und gilt als Wildes unsterbliches Vermächtnis – uraufgeführt nur Wochen vor seinem gesellschaftlichen Sturz.
