Billy Budd
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Billy Budd

Benjamin Britten
Oper · 1951

Über das Werk

Benjamin Brittens Oper in zwei Akten wurde 1951 am Royal Opera House Covent Garden uraufgeführt. Das Libretto E. M. Forsters und Eric Croziers basiert auf Herman Melvilles posthumer Novelle (1924) und schildert ein moralisches Drama auf einem britischen Kriegsschiff während der napoleonischen Kriege.

Handlung

Aboard der HMS Indomitable, 1797, wird der junge schöne Matrose Billy Budd zwangsrekrutiert. Trotz eines Sprachfehlers (er stottert in Stresssituationen) gewinnt Billy schnell die Sympathie der Mannschaft. Nur der Master-at-Arms John Claggart hasst ihn unbegründet — Brittens berühmte Aria „O beauty, o handsomeness, goodness" zeigt Claggarts dunkle Anziehung zu Billys Reinheit, die er zerstören muss. Claggart wirft Billy fälschlich Meuterei vor. Captain Vere konfrontiert die Männer in seiner Kabine. Billy, vor Wut sprachlos, kann sich nicht verteidigen — und schlägt Claggart in einem Moment der Verzweiflung mit der Faust nieder. Claggart stirbt am Schlag. Nach Kriegsrecht muss Billy gehängt werden, obwohl alle wissen, dass er moralisch im Recht war. Captain Vere ringt mit der Entscheidung — Billys Schlussruf „Starry Vere, God bless you!" verfolgt Vere bis ins Greisenalter, in das die Rahmenhandlung der Oper rückblickend führt.

Kulturelle Bedeutung

Billy Budd ist Brittens dramatisch dichteste Oper und eine der bedeutendsten reinen Männer-Opern (kein Frauenchor, keine Frauenrollen). Die theologisch komplexe Frage nach Schuld, Unschuld und Gesetz wird in Veres Schluss-Monolog meditativ verdichtet. Das Werk ist seit den 1990er Jahren regelmäßig in den großen Häusern; Inszenierungen von David Alden, Michael Grandage und Deborah Warner gelten als Referenz. Brittens und Forsters Doppelautorschaft macht die schwule Subtextliche-Schicht historisch und musikalisch unverkennbar.

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