Barkouf
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Barkouf

Jacques Offenbach
Oper · 1860

Über das Werk

Jacques Offenbachs „Barkouf" wurde 1860 an der Pariser Opéra-Comique uraufgeführt, auf ein Libretto von Eugène Scribe und Henry Boisseaux. Die Opéra-bouffe ist berühmt für ihre groteske Grundidee: Ein despotischer Herrscher ernennt einen Hund zum Statthalter einer rebellischen Stadt. Die bissige Satire auf Obrigkeit und Willkür sorgte schon bei der Premiere für Aufsehen.

Handlung

Der Großmogul ist die ständigen Aufstände der Stadt Lahore leid. Um seine aufsässigen Untertanen zu demütigen, setzt er kurzerhand seinen Hund Barkouf als neuen Gouverneur ein. Die Befehle des „Statthalters" werden von der jungen Blumenverkäuferin Maïma gedeutet, der Einzigen, die das Tier zu besänftigen weiß und die ihren Geliebten Saëb liebt. Was als Hohn auf die Bürger gedacht war, schlägt ins Gegenteil um: Maïma legt die Launen des Hundes als kluge, menschenfreundliche Politik aus — Steuern werden gesenkt, Unrecht wird beseitigt, das Volk gewinnt. Zwischen Palastintrigen, militärischem Getümmel und Liebeswirren entlarvt die Oper die Willkür der Mächtigen, bis sich am Ende alles zum Guten fügt.

Kulturelle Bedeutung

„Barkouf" geriet nach wenigen Vorstellungen lange in Vergessenheit — auch wegen seiner provokanten politischen Satire. Erst im 21. Jahrhundert wurde das Werk wiederentdeckt und neu eingerichtet, unter anderem an der Opéra national du Rhin (2018). Es gilt heute als ungewöhnlich freches Beispiel von Offenbachs früher Gesellschaftssatire und als Vorläufer seiner großen Operetten-Erfolge.

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