Baal
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Baal

Bertolt Brecht
Theater · 1923
DramaEpisches Theater

Über das Werk

Bertolt Brechts erstes abendfüllendes Drama entstand 1918 und wurde 1923 in Leipzig uraufgeführt. Das Stück, eine Auseinandersetzung mit Hanns Johsts Expressionisten-Drama „Der Einsame", zeigt Brecht noch vor seinem Wechsel zum epischen Theater — wild, lyrisch, amoralisch. Es existiert in mehreren Fassungen, die Brecht bis in die 1950er Jahre überarbeitete.

Handlung

Der Dichter Baal ist ein unbändiger, verschlingender Charakter, der Frauen, Männer und die Welt gleichermaßen begehrt. Er verführt die junge Johanna, die sich daraufhin ertränkt, treibt seinen Freund Ekart in den Tod und lebt am Rande der Gesellschaft als Landstreicher und Mörder. Von Syphilis und Alkohol gezeichnet, stirbt er allein in einer Waldhütte. Seine letzten Worte gelten dem Sternenhimmel und der Welt, die er nie zähmen wollte.

Kulturelle Bedeutung

Baal ist Brechts wildester Text und ein Schlüsselwerk des späten Expressionismus. Die Figur des Baal gilt als literarischer Gegenentwurf zu bürgerlicher Moral — Dichter, Raubtier und Heiliger zugleich. Das Stück fordert Regisseure und Schauspieler bis heute heraus, weil es weder Sympathie noch Verurteilung zulässt. Brechts Umarbeitungen zeugen davon, wie sehr ihn diese frühe Figur lebenslang beschäftigte.

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