Über das Werk
Automatenbüfett ist ein Theaterstück der österreichischen Autorin Anna Gmeyner aus dem Jahr 1932, ein Werk der Neuen Sachlichkeit. Lange vergessen, wurde es in den letzten Jahren wiederentdeckt — eine vielbeachtete Inszenierung von Barbara Frey lief ab 2020 am Akademietheater Wien. Das Stück verhandelt technische Modernisierung und das reaktionäre Kleinstadt-Bürgertum der späten Weimarer Zeit.
Handlung
In der Kleinstadt Seebrücken betreibt die resolute Clementine Adam ein „Automatenbüfett", in dem Speisen, Getränke und Musik per Knopfdruck zu haben sind — ein Ort, an dem sich die Honoratioren der Stadt treffen und an dem Clementine alles im Blick behält. Ihr verträumter, etwas schrulliger Mann Leopold gibt sich beim Angeln seinen Fantasien von einer eigenen Fischzucht hin. Als er die junge Eva, die sich aus Liebeskummer im Teich ertränken will, im letzten Moment rettet und mit ins Büfett bringt, gerät das fragile Gefüge der Kleinstadtgesellschaft in Bewegung. Zwischen Begehren, ökonomischem Kalkül und bürgerlicher Doppelmoral entlarvt Gmeyner die Enge und Kälte einer Gesellschaft am Vorabend der Katastrophe.
Kulturelle Bedeutung
Automatenbüfett gilt als bemerkenswertes Zeugnis des sozialkritischen Theaters der Neuen Sachlichkeit und als Wiederentdeckung einer zu Unrecht vergessenen Autorin. Anna Gmeyner, später ins Exil getrieben, schrieb mit diesem Stück eine präzise Gesellschaftsdiagnose der ausgehenden Weimarer Republik. Die Inszenierung von Barbara Frey am Wiener Akademietheater mit Maria Happel und Michael Maertens machte das Werk einem breiten zeitgenössischen Publikum wieder zugänglich und bestätigte seine ungebrochene Aktualität.
