Aufzeichnungen aus dem Kellerloch
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Aufzeichnungen aus dem Kellerloch

Fjodor M. Dostojewski
Theater · 1864

Über das Werk

Bühnenfassung von Fjodor M. Dostojewskis Erzählung „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" (russisch „Sapiski is podpolja"), 1864 erschienen. Der innere Monolog eines namenlosen, verbitterten Petersburger Ex-Beamten gilt als einer der Grundtexte des Existenzialismus und als früheste Gestalt des modernen Anti-Helden. Zahlreiche Regisseure haben den Text für die Bühne adaptiert.

Handlung

Der „Kellerloch-Mensch", ein etwa vierzigjähriger, zynischer ehemaliger Petersburger Beamter, spricht aus seinem Untergrund-Dasein heraus. Im ersten Teil entfaltet er eine bittere philosophische Abrechnung mit dem Fortschrittsglauben und dem Vernunft-Optimismus seiner Zeit: Gegen die Idee, der Mensch handle stets zu seinem eigenen Vorteil, setzt er die trotzige Freiheit, auch gegen die eigene Vernunft und zum eigenen Schaden zu handeln; den „Kristallpalast" der rationalen Gesellschaft verhöhnt er. Im zweiten Teil erzählt er Episoden aus seinem Leben: die demütigende Besessenheit von einem Offizier, der ihn nicht beachtet; ein Abendessen mit früheren Schulkameraden, die ihn verachten; und schließlich die Begegnung mit der jungen Prostituierten Lisa, der er zunächst mit der Vision eines besseren Lebens das Herz öffnet, um sie dann, als sie tatsächlich zu ihm kommt, aus Scham und Selbsthass grausam zu erniedrigen.

Kulturelle Bedeutung

Die „Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" sind ein Schlüsseltext der literarischen Moderne und nehmen zentrale Motive des Existenzialismus vorweg — Freiheit, Selbstbewusstsein als Krankheit, die Auflehnung gegen die Vernunft. Nietzsche, Sartre und Camus berufen sich auf den Text. Als Bühnenmonolog ist er ein anspruchsvolles Solostück und wird international vielfach gespielt.

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