Über das Werk
Assassins ist ein Musical mit Musik und Gesangstexten von Stephen Sondheim und einem Buch von John Weidman. Die Uraufführung erfolgte 1990 Off-Broadway; die gefeierte Broadway-Premiere 2004 gewann den Tony Award als beste Wiederaufnahme. In Form einer bitterbösen Revue versammelt das Werk die Attentäter und Möchtegern-Attentäter der US-Präsidenten quer durch die Geschichte und stellt unbequeme Fragen nach der Kehrseite des amerikanischen Traums – eines der provokantesten und düstersten Werke Sondheims.
Handlung
Auf einem unheimlichen Jahrmarkt lädt ein Budenbesitzer dazu ein, sich eine Waffe zu greifen und einen Präsidenten zu erschießen. Aus verschiedenen Epochen treten neun reale Attentäterinnen und Attentäter zusammen – von John Wilkes Booth, dem Mörder Abraham Lincolns, über Leon Czolgosz und Charles Guiteau bis zu Lee Harvey Oswald, Squeaky Fromme und John Hinckley. In Songs, Monologen und absurden Begegnungen schildern sie ihre Beweggründe: Verbitterung, Wahn, Liebeswahn, Geltungssucht und das Versprechen, dass in Amerika jeder ein Recht auf sein Glück – und seine Tat – habe. Die Figuren bestärken einander über die Zeiten hinweg, bis sich alle im Schulbuchdepot von Dallas versammeln und Oswald zum Schuss drängen.
Kulturelle Bedeutung
Assassins ist eine der kühnsten Auseinandersetzungen des Musiktheaters mit Gewalt, Ruhm und der dunklen Seite der amerikanischen Verheißung. Sondheim spannt einen musikalischen Bogen durch die US-Geschichte, von Marschliedern über Folk bis zu Pop-Balladen, und zwingt das Publikum, den Tätern zuzuhören, ohne sie zu entschuldigen. Lange als zu verstörend für den Broadway gehandelt, gilt das Stück heute als Klassiker und als beunruhigend hellsichtiger Kommentar zu Radikalisierung und gekränktem Anspruchsdenken.