Über das Werk
„Aschenputtel" ist die Ballettfassung des Märchens nach der berühmten Musik Sergej Prokofjews, deren Uraufführung 1945 am Moskauer Bolschoi-Theater stattfand. Die hier zugrunde liegende Choreografie stammt von Christopher Wheeldon, dessen vielgerühmte Inszenierung den klassischen Stoff in eine farbenreiche, theatralische Bühnenwelt überträgt. Prokofjews Partitur zählt zu den bedeutendsten Ballettmusiken des 20. Jahrhunderts.
Handlung
Aschenputtel lebt nach dem Tod der Mutter unter der Herrschaft einer hochmütigen Stiefmutter und zweier eitler Stiefschwestern, die sie zu niederen Diensten zwingen. Als der Königshof zu einem großen Ball lädt, auf dem der Prinz eine Braut wählen soll, darf Aschenputtel nicht teilnehmen. Doch eine wunderbare Verwandlung — bei Prokofjew getragen von zauberhafter, von den Stunden und Jahreszeiten erfüllter Musik — schenkt ihr Kleid, Kutsche und gläserne Schuhe für eine einzige Nacht. Auf dem Ball verliebt sich der Prinz in die Unbekannte, doch um Mitternacht muss Aschenputtel fliehen und verliert dabei einen Schuh. Mit diesem sucht der Prinz im ganzen Land nach der Geliebten. Schließlich passt der Schuh nur Aschenputtel: Das Märchen endet in der glücklichen Vereinigung der Liebenden.
Kulturelle Bedeutung
Prokofjews „Aschenputtel" gehört neben „Romeo und Julia" zu den meistgespielten Handlungsballetten des 20. Jahrhunderts; berühmte Choreografien schufen u. a. Frederick Ashton, Rudolf Nurejew und Alexei Ratmansky. Christopher Wheeldons Fassung gilt als eine der herausragenden modernen Deutungen des Stoffes und verbindet klassische Erzählkunst mit aufwendiger Bühnenmagie.
