Über das Werk
Igor Strawinskis und George Balanchines „Apollon musagète" wurde 1928 vom Ballets Russes Sergei Diaghilews in Paris uraufgeführt — ein Schlüsselwerk des Neoklassizismus und Beginn der lebenslangen Zusammenarbeit zwischen Strawinski und Balanchine, die die Geschichte des Tanzes prägte. Spätere Versionen vereinfachten Balanchines Choreografie; das Stück wird heute meist in der „revised" Version 1979 gegeben.
Handlung
Vom Berg Olymp herab erscheint der junge Gott Apollo, gerade neugeboren, am Strand. Er empfängt von seiner Mutter Leto die Lyra und beginnt, mit drei Musen — Calliope (Dichtung), Polyhymnia (Mimik) und Terpsichore (Tanz) — zu interagieren. Jede Muse präsentiert ihm in einem Solo ihr Geschenk: Calliope ihre Schreibtafel, Polyhymnia ihre Maske, Terpsichore ihre Lyra. Apollo wählt Terpsichore — den Tanz — zur höchsten der Künste. In einem berühmten Pas de deux verbinden sich Apollo und Terpsichore. Im Schlussbild folgen die drei Musen Apollo den Berg Olymp hinauf, in der ikonischen „Sonnenstrahl-Pose" — die vier formieren sich zu einer Speichen-Figur.
Kulturelle Bedeutung
Apollon musagète ist Balanchines erste enge Zusammenarbeit mit Strawinski und einer der Gründungstexte des Neoklassizismus. Strawinskis Streicher-Partitur (ohne Bläser, archaisch streng) und Balanchines kühle, geometrische Choreografie etablierten die Ästhetik des „abstrakten Balletts". Die Sonnenstrahl-Pose des Schlussbildes wurde zur ikonischen Bild des 20. Jahrhunderts. Berühmte Apollos: Serge Lifar (Uraufführung), Edward Villella, Mikhail Baryshnikov, Peter Boal, Roberto Bolle.
