Über das Werk
Georg Friedrich Händels „Alcina" (HWV 34) wurde 1735 am Londoner Covent Garden uraufgeführt und gehört zu Händels „Zauberopern" (zusammen mit „Orlando" und „Ariodante"). Das anonyme Libretto basiert auf Ludovico Ariostos Versepos „Orlando furioso" und schildert die Liebes- und Verzauberungsgeschichten auf Alcinas magischer Insel.
Handlung
Die Zauberin Alcina lockt Männer auf ihre Insel und verwandelt sie nach kurzem Liebesgenuss in Tiere, Steine und Pflanzen. Aktuell hat sie den jungen Ritter Ruggiero in ihrem Bann; er hat seine Verlobte Bradamante vergessen. Bradamante erscheint, als Mann verkleidet, mit ihrem Begleiter Melisso auf der Insel. Sie geben sich zu erkennen; mit Hilfe eines Zauberrings, der die Illusion durchbricht, sieht Ruggiero die Insel als das, was sie wirklich ist: eine Wüste mit verzauberten Wesen. Alcinas Schwester Morgana, eine Nebenfigur in mehreren Liebesintrigen, wird von ihrem treuen Oronte zurückgewonnen. Im Schlussakt zerstört Bradamante mit dem Ring die magische Urne, in der Alcinas Macht wohnt. Die Verzauberten kehren zur menschlichen Gestalt zurück, Alcinas Insel versinkt, sie selbst und Morgana fallen in den Abgrund.
Kulturelle Bedeutung
Alcina gilt als Höhepunkt der Händel-Oper und stand seit Joan Sutherlands legendärer Mailänder Aufführung 1960 immer wieder im Zentrum der Händel-Renaissance. „Tornami a vagheggiar", „Verdi prati" und Alcinas Klagearie „Ah! mio cor!" zählen zum Kernrepertoire der Barockstimmen. Robert Carsens Inszenierung am Théâtre des Champs-Élysées (1999, mit Renée Fleming) und David McVicars Aufführungen sind moderne Referenzproduktionen.
