Über das Werk
Agon ist ein handlungsloses Ballett von George Balanchine zur gleichnamigen Musik von Igor Strawinsky, uraufgeführt 1957 durch das New York City Ballet. Es ist die letzte und radikalste der drei großen Balanchine-Strawinsky-Kollaborationen und gilt als Meilenstein des modernen Balletts.
Handlung
Der griechische Titel „Agon" bedeutet „Wettstreit", und genau das ist das Werk: ein abstrakter tänzerischer Wettkampf für zwölf Tänzerinnen und Tänzer ohne Handlung, Kostüme oder Dekor – nur Körper in Trikots vor schlichtem Hintergrund. In wechselnden Formationen, Soli, Duetten und Ensembles antwortet der Tanz präzise auf Strawinskys serielle, von alten französischen Hoftänzen inspirierte Musik. Das zentrale Pas de deux, getanzt von einem schwarzen und einem weißen Tänzer, bildet den verstörend-schönen Kern des Werks.
Kulturelle Bedeutung
Agon revolutionierte das Ballett, indem es klassische Technik mit der Strenge und Dissonanz der Moderne verschmolz – ein Werk von atemberaubender struktureller Klarheit. Das gemischtrassige zentrale Pas de deux von 1957 war zudem ein stilles, kraftvolles Statement in der Ära der Bürgerrechtsbewegung. Agon gilt als Gipfel der neoklassischen Ästhetik Balanchines und als eines der einflussreichsten Ballette des 20. Jahrhunderts.
