Über das Werk
Benjamin Brittens Oper in drei Akten basiert auf Shakespeares gleichnamiger Komödie und wurde 1960 beim Aldeburgh Festival uraufgeführt. Britten und Peter Pears kürzten Shakespeares Text radikal, behielten aber dessen Sprache bei und schufen drei klanglich scharf getrennte Welten: Feenreich (Countertenor und Knabenchor), Liebespaare (Streicher) und Handwerker (Holzbläser).
Handlung
Im Wald nahe Athen herrscht Streit zwischen Feenkönig Oberon und Königin Tytania um einen indischen Knaben. Oberon befiehlt seinem Diener Puck, eine Zauberblume zu holen, deren Saft Verliebte für die erstbeste Person entbrennen lässt. Die jungen Liebenden Hermia und Lysander fliehen aus Athen, verfolgt von Demetrius und der ihn liebenden Helena. Puck verzaubert versehentlich die Falschen, sodass beide Männer Helena begehren. Tytania erwacht durch den Saft und verliebt sich in den Handwerker Bottom, dem Puck einen Eselskopf aufgesetzt hat. Nach einer Nacht voller Verwicklungen löst Oberon alle Zauber: Tytania kehrt zu ihm zurück, die Liebespaare finden richtig zusammen. Im dritten Akt wird im Palast des Theseus die parodistische „Pyramus und Thisbe"-Aufführung der Handwerker gegeben, bevor die Feen den Schlaf der Brautpaare segnen.
Kulturelle Bedeutung
Brittens Sommernachtstraum ist die wichtigste Shakespeare-Vertonung des 20. Jahrhunderts und gilt als eines seiner orchestral raffiniertesten Werke. Oberons Partie für Counterstimme — ursprünglich Alfred Deller geschrieben — etablierte den Countertenor im modernen Opernrepertoire. Pucks gesprochene Rolle und der gespenstisch glissandierende Streicherauftakt sind ikonisch.
