3. Sinfonie D-Dur op. 29 ("Polnische")
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3. Sinfonie D-Dur op. 29 ("Polnische")

Pjotr Iljitsch Tschaikowski
Konzert · 1875

Über das Werk

Die 3. Sinfonie D-Dur op. 29 von Pjotr Iljitsch Tschaikowski, komponiert im Sommer 1875 und am 19. November 1875 in Moskau unter Nikolai Rubinstein uraufgeführt, nimmt im sinfonischen Schaffen des Komponisten eine Sonderstellung ein. Sie ist die einzige seiner sechs Sinfonien, die in einer Dur-Tonart steht, und zugleich die einzige in fünf Sätzen. Ihren Beinamen „Polnische" verdankt sie nicht Tschaikowski selbst, sondern dem Londoner Dirigenten August Manns, der auf den im Polonaisen-Rhythmus gehaltenen Schlusssatz (Tempo di polacca) anspielte. Das Werk entstand in unmittelbarer Nähe zu Tschaikowskis erstem großen Ballett Schwanensee und ist von dessen tänzerischem Geist durchdrungen.

Handlung

Die Sinfonie entfaltet sich über fünf kontrastreiche Sätze. Der erste beginnt mit einer düsteren, trauermarschartigen Einleitung, die in ein strahlendes Allegro brillante mündet. Es folgt ein anmutiges Alla tedesca, ein walzerartiger deutscher Tanz von schwebender Eleganz. Das Herzstück bildet das Andante elegiaco, ein lyrisch-melancholischer Gesang von großer Innigkeit. Ein quecksilbriges Scherzo führt zum festlichen Finale im Polonaisen-Rhythmus, das die Sinfonie mit prunkvollem, beinahe zeremoniellem Glanz beschließt. In dieser Folge aus Marsch, Tanz, Elegie und höfischer Pracht zeigt sich Tschaikowskis Gespür für Charakter und Farbe.

Kulturelle Bedeutung

Obwohl die Dritte im Konzertsaal seltener erklingt als die populären letzten drei Sinfonien, gilt sie als faszinierendes Übergangswerk, in dem Tschaikowski seine sinfonische Sprache mit seiner Liebe zum Tanz verschmilzt. Besondere Bekanntheit erlangte sie durch George Balanchine, der mehrere ihrer Sätze seinem Ballett Diamonds – dem dritten Teil des Ballettabends Jewels – zugrunde legte und das Werk so dem internationalen Ballettpublikum nahebrachte. Damit verbindet die „Polnische" Konzert- und Bühnentradition auf einzigartige Weise und bleibt ein lohnendes Wiederentdeckungsstück.

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