Das Victoria Palace Theatre an der Victoria Street im Londoner Stadtteil Westminster, eröffnet am 6. November 1911 nach Plänen des Architekten Frank Matcham, ist eines der prächtigsten Edwardianischen Theater Londons und seit November 2017 die feste Heimstätte des Welterfolgs „Hamilton — An American Musical" von Lin-Manuel Miranda. Errichtet auf dem Gelände eines früheren Music Halls, des Royal Standard Music Hall (1832), zeigte das Haus zunächst Music-Hall-Programme und später Operetten, Revuen und Filmpräsentationen. Auf der ursprünglichen Spitze des Gebäudes thronte bis 1939 eine vergoldete Statue der „Pavlova", benannt nach der russischen Primaballerina Anna Pawlowa. Frank Matchams Auditorium gilt als eines seiner Meisterwerke neben dem London Coliseum und dem Buxton Opera House. Die ovale Form, der reich verzierte Logenrang und die Stuck-Engel über dem Proszenium machen das Haus zu einem der visuell beeindruckendsten Edwardianischen Theater Londons. Mit 1.550 Plätzen auf drei Rängen zählt es zu den größeren West-End-Häusern. Eine umfassende Renovierung 2014–2017 für ~30 Millionen Pfund, eigens für die Hamilton-Produktion, modernisierte Bühnentechnik, Klimatisierung und Backstage-Bereiche bei vollständiger Erhaltung der historischen Ausstattung. Vor Hamilton spielten hier Langzeiterfolge wie „Me and My Girl" (1985–1993), „Buddy — The Buddy Holly Story" (1995–2003) und „Billy Elliot the Musical" (2005–2016, mehr als 11 Jahre Spielzeit). Das Haus gehört zur Delfont Mackintosh Theatres Group des Impresarios Cameron Mackintosh, einer der einflussreichsten Theater-Unternehmensgruppen Londons.
Die berühmte vergoldete Statue der Anna Pawlowa auf dem Dach des Theaters wurde 1939 zu Beginn des Zweiten Weltkriegs entfernt, um sie vor Luftangriffen zu schützen — sie kehrte nie zurück. Eine Replik wurde 2006 angefertigt, aber nie wieder am Dach montiert.
