Die Ungarische Staatsoper an der Andrássy út in Budapest ist ein Neorenaissance-Prachtbau und gilt als eine der schönsten Opernbühnen Europas. Der von Miklós Ybl entworfene Saal mit rund 1.260 Sitzen wurde 1884 eröffnet. Eine Anekdote: Kaiser Franz Joseph I. genehmigte den Bau unter einer Bedingung — das Haus dürfe nicht größer sein als die Wiener Hofoper. Ybl hielt sich daran, baute aber ein akustisch überlegenes Haus, was den Kaiser angeblich wenig erfreute. Das Haus ist Heimat der Ungarischen Staatsoper und des Ungarischen Nationalballetts. Berühmte Direktoren waren Gustav Mahler (1888-1891) und Otto Klemperer. Das Gebäude wurde 2017-2022 umfassend restauriert und in originalgetreuer Pracht wiedereröffnet.
Damit Budapest die Wiener Vorgabe „nicht größer" erfüllte, machte Ybl sein Haus kleiner, aber prunkvoller — und schmuggelte mehr echtes Gold in die Verzierungen als die Hofoper.
