Biografie
Alfred Döblin wurde 1878 in Stettin geboren; nachdem der Vater die Familie verlassen hatte, zog die Mutter 1888 mit den Kindern nach Berlin, wo er in ärmlichen Verhältnissen in den Arbeitervierteln östlich des Alexanderplatzes aufwuchs. Er studierte Medizin in Berlin und Freiburg, wurde 1905 mit einer Arbeit über Gedächtnisstörungen promoviert und eröffnete 1911 in Berlin eine eigene Praxis als Nervenarzt, die später an der Frankfurter Allee lag. Als Schriftsteller gehörte er zum Berliner Expressionismus um die Zeitschrift „Der Sturm“; für den Roman „Die drei Sprünge des Wang-lun“ (1915/16) erhielt er den Fontane-Preis, 1928 wurde er in die Preußische Akademie der Künste gewählt, und mit „Berlin Alexanderplatz“ (1929) gelang ihm der internationale Durchbruch. 1933 floh er vor den Nationalsozialisten über die Schweiz nach Frankreich, wurde 1936 französischer Staatsbürger, entkam 1940 in die USA und trat 1941 in Hollywood zum Katholizismus über. Im Herbst 1945 kehrte er als Kulturoffizier der französischen Militärregierung nach Baden-Baden zurück; in der Nachkriegszeit erschienen unter anderem die Romanfolge „November 1918“ und sein letzter Roman „Hamlet oder Die lange Nacht nimmt ein Ende“ (1956). Döblin starb 1957 in Emmendingen und wurde in Housseras in den Vogesen neben seinem Sohn Wolfgang beigesetzt.
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